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[Mission Downtown] Kelaas Tagebuch

Verfasst:
Mi 15. Jul 2009, 21:17
von RaaPhaell
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einfach ein paar Fetzen...
Juni 2085
Man versetzt mich nach Seattle, Fort Lewis. Mit mir im Flugzeug sitzt eines meiner zukünftigen Teammitglieder: Martin Riggs. Er ist nicht gerade das, was man einen Paradesoldaten nennen würde. Nie lässt er seinen Laptop aus den Augen; der riesige Smiley auf der Tasche lächelt starr, wie aufgesetzt. Maschinenlärm der Flugzeugmotoren, leises Summen des Laptops - weiß hier jemand außer mir noch, wie sich Waldesrauschen anhört?
Endlich landen wir. Das Begrüßungskomitee besteht aus den beiden anderen Teammitgliedern. Tom Huxley, Second Lieutenant. Die breite Brust, das lässige Sitzen am Steuer des Jeeps... man hat ihn von Denver hierher versetzt, und er scheint es gut zu finden. Helen Finch ist die vierte im Bunde - "Bund", dass ich nicht lache! Schon ihr Blick, auch wenn es nur ein ganz kurzer ist, zeigt, was sie von mir hält... Denver, Seattle - die Orte heißen anders, die Leute heißen anders, aber die Gedanken sind immer die gleichen...
Riggs und ich beziehen unser Quartier bei den anderen. Sofort spielt er mit der Technik dort herum. "So, jetzt kriegen wir alle Kanäle rein - und damit meine ich alle", triumphiert er. Alle Kanäle - ist das nicht herrlich?
Könnten wir nicht ohne sie leben? Ich werfe meinen Rucksack auf das Bett. Willkommen in Seattle...
Ich statte Mark in seiner Kneipe "Devil's Hole" einen Besuch ab. Wenigstens hier scheint die Welt noch in Ordnung. Wir reden über früher und spielen eine Runde Pool; ich habe ziemlich nachgelassen. Eine Soldatin vom Stützpunkt schaut uns zu: Janine Vasques vom Support Team Beta, wie sich herausstellt. Wir prosten uns zu. "Auf die Special Forces", sage ich mit bitterem Unterton. Sie lächelt...
1. Juli 2085
Nachdem wir bisher nur herumgehangen sind, um uns einzuleben in die wenigen kümmerlichen Quadratmeter ohne Rückzugsmöglichkeit hat nun das Training begonnen. Manöver und all das. Bald geht's los, sagen die einen. Es braut sich was zusammen, sagen die anderen.
10. Juli 2085
Unser erstes Briefing für unseren ersten Einsatz. Wir und alle Support Teams, dazu Captain McQueen. Ein Buch und ein Agent mit Kontaken zu einem (Migou-)Kult sollen in Gewahrsam genommen werden. Ich bin überrascht, dass man mir die Leitung des Einsatz anvertraut. Den Blicken der anderen ist zu entnehmen, dass sie ebenso überrascht sind. Einigen steht die Missbilligung offen ins Gesicht geschrieben. Engstirnigkeit, wohin ich auch gehe...
Re: [Mission Downtown] Kelaas Tagebuch

Verfasst:
Fr 21. Aug 2009, 12:23
von RaaPhaell
Anbei der Rest vom ersten Einsatz, Einsatz Nummer 2 folgt bald...
Nach einiger Observierungsarbeit kommen wir über Jack Osborn an seine Schwester Michelle ran. Die Kleine ist so eingenommen von dem Kult, dass sie absolut nicht "kooperiert", wie man im Militärjargon so schön sagt. Beim letzten der nutzlosen Verhöre greift sie T-Rex tätlich an; Huxley stürmt in die Verhörzelle und feuert mehrere Schüsse auf sie ab.
Was wäre, würde dieser Revolverheld den Einsatz leiten?
Nicht, dass ich mich selbst wohl fühle in der Rolle, aber trotzdem... sie ist eine Kultistin, aber eben auch eine Zivilistin, verdammt nochmal...
Ich reagiere nicht, greife nicht ein... lasse es geschehen... warum?
Warum nicht?
Wir lassen die Kleine frei. WIr bekommen mit, dass ein gewisser Ed Tapia an ihrer Statt das Buch erhalten soll. Selbst T-Rex findet keine Informationen - falscher Name; war mir eigentlich schon vorher klar. Die Übergabe wird in der North Gate Mall stattfinden, am 13. Genau an diesem Tag feiert die Mall ihr 150jähriges Bestehen. Eine riesige Mall voll mit Zivilisten; zwei Leute, von denen wir nicht wissen, wie sie aussehen und wann sie sich treffen; ein leicht zu verbergender Gegenstand mit hohem Gefahrenpotential. Das wird nicht einfach werden.
T-Rex hat gefälschte Ausweise besorgt, mithilfe derer wir Kontakte zum Sicherheitspersonal knüpfen - ich als Agent des Geheimdienstes! Finch macht sich dabei ganz gut - forsch, herrisch. Ich selbst fühle mich nicht allzu wohl dabei. Ich lasse mich dazu hinreißen, um der Rolle Willen Dinge wie: "Dieses großartige Land wird ihnen dankbar sein für den großen Dienst, den sie hier verrichten" zu sagen. Wie tief kann man sinken?
Ich lasse es zu...
13. Juli 2085 - Einsatz
Wir haben die Mall ganz gut im Überblick. T-Rex in der Zentrale, der Rest verteilt und die Fireteams außerhalb. Einen Insider haben wir noch: Craig Burke vom Team Beta ist nebenbei Schriftsteller unter dem Namen John Burke. Er ist wohl das, was man einen Vorzeigeassimilanten nennt. Ein Nazzadi, der sich voll und ganz in den Dienst der Gemeinschaft stellt und Schundbücher wie "Der Wind in seinem Haar" schreibt. Er könnte für den Einsatz nützlich sein, aber er ist mir völlig zuwider.
Wir sind nicht allein: eine dritte Gruppierung schießt plötzlich auf den Kerl, der das Buch bei sich trägt. Ich erledige den Scharfschützen, Tapia überlebt schwer verletzt. Einer der dritten Gruppierung entkommt, die anderen enden mit einer Kugel im Schädel auf dem sonst makellosen grau-weißen Boden der Mall. Ich bin voll konzentriert und schieße so gut wie lange nicht mehr. Auch die anderen halten sich gut. Plötzlich taucht ein... hundeartiges Biest auf, in Schatten gehüllt. Ich bin froh, etwas Abstand davon zu haben. Plötzlich merke ich, wie ich mich in seine Richtung bewege, mich nähere. Was ist los?
Der Jäger in mir...
Das Ding zieht sich in einen Uhrenladen zurück. Ich kommandiere die Teams mit fester Stimme: Blendgranaten, Splittergranaten, Stürmen, Dauerfeuer. Das Ding zerplatzt in einer rot-klebrigen Wolke...
... und taucht bei Huxley draußen auf dem Landeplatz des Werwolfs auf! Irgendwie hat es mit dem Buch (und, wie ich später erfahre, mit dem Amulett) zu tun, das wir sichergestellt haben. Nochmals wird es erledigt. Wir machen uns vom Acker. Bis auf den Entkommenen lief es ganz gut, denke ich, als ich im Werwolf Richtung Stützpunkt sitze. Bericht schreiben und schlafen, sofern möglich.
McQueen ist insgesamt sehr zufrieden. Nur die Sache mit den gefälschten Ausweisen stößt ihm sauer auf. T-Rex nimmt die Schuld mehr oder weniger auf sich - ich bin beeindruckt. Auszeichungen für das Team: zwei Purple Hearts - und der Silver Star für mich! "Tapferkeit vor dem Feind" - sieh mal einer an...
Ein Silver Star - Metall und Stoff... ist das nicht wunderbar?
Re: [Mission Downtown] Kelaas Tagebuch

Verfasst:
Fr 21. Aug 2009, 13:24
von Sequenzer
Liest sich gut Rapha wann kommt der nächste Teil?
Re: [Mission Downtown] Kelaas Tagebuch

Verfasst:
Fr 21. Aug 2009, 17:42
von RaaPhaell
Öhm... jetzt!
19. Juli
Ich erweitere den Drachen auf meinem Rücken um eine hundeartige Bestie, nicht ganz unähnlich der, die wir niedergemacht haben. Er hält sie mit eisernem Griff in einer Klaue. Ich weiß nicht genau, warum ich dieses Motiv wähle. Es... fasziniert mich... Irgendjemand rät mir davon ab - wegen übler Nachrede, Unglück! Ich kann bloß schmunzeln...
20. Juli
Eine Woche mit einer kleinen Atempause, gefolgt von Manövern und so weiter. Die verächtlichen Blicke, die auf mir lasten, scheinen etwas abgenommen zu haben - sie scheinen an dem Silver Star abzugleiten. Ich streife viel durch leerstehende Industriegebiete und kümmerliche Reste von Wäldern.
Im Forschungstrakt scheint ziemlich was los zu sein. Es redet zwar niemand darüber, aber irgendwie weiß es doch jeder: es hat Tote gegeben. Etwas Finsteres hat sich geregt. Wir erfahren nichts; die Weißkittel sind noch eigenbrötlerischer als ohnehin schon.
21. Juli 2085
Ich rede mit John Fuller vom Support Team Beta, das heißt: wir schweigen uns die meiste Zeit an. Es ist Jahre her, dass ich ihn "daheim" gesehen habe. Auch er scheint nicht so recht zu wissen, warum er hier ist. Eine volle Stunde, in der wir ein paar wenige Sätze wechseln; eine Stunde, in der ein Augenpaar mehr sagt als tausend Worte es je vermocht hätten. Ich bin kein Menschenkenner, aber trotzdem...
Janine Vasques läuft mir draußen über den Weg. Sie will wissen, wann es denn los geht mit dem nächsten Einsatz. Sie brennt richtig darauf, wieder loslegen zu können - "Tun wir das nicht alle?", fragt sie mich. Ich gebe keine Antwort.
Tun wir das nicht alle?
Sie ist ein ziemlich harter Brocken, hat Fuller gesagt.
22. Juli 2085
Mc Queen ruft uns in den Briefing Room. Man hat herausgefunden, wo das Hauptquartier des Kultes liegt: in und um eine alte Kirche in einem stillgelegten Industriekomplex. Wir sollen das HQ ausschalten und wichtige Informationen sammeln: Bücher, Objekte, Datenträger und so weiter.
Huxley mit dem nervösen Zeigefinger bekommt die Einsatzleitung zugesprochen, aber zunächst kommt von ihm nicht viel. Schon seltsam - ich dachte, er hätte nur auf diese Chance gewartet, um sich zu beweisen.
Was treibt ihn an?
Finch und ich observieren als Touristen das Gelände. Mit Leuten scheint sie - wie auch schon bei der Geheimdienst-Scharade - gut zu können.
Durchaus viel Betrieb. WIr dürfen sogar in die meisten Bereiche der Kirche, die eindeutig auf einen Migou-Kult schließen lässt. Volltreffer, würde ich sagen. Der Typ, der uns alles erklärt, ist überraschend freundlich. In die Lager- und Fertigungshallen kommen wir leider nicht rein. Eine zweite Observierung führen wir in der Nacht durch: T-Rex spielt am Stromnetz herum und wir fangen den Kundendienst ab. Er kann eine Kamera platzieren und sieht ein paar Kerle mit Maschinenpistolen in einem Wachhäuschen. Viel Betrieb, wie gesagt.
Huxley wäre beinahe nicht mitgekommen, hätte T-Rex ihn nicht darauf angesprochen. Ich durchschaue ihn nicht. T-Rex geht es ähnlich. Er nimmt mich für einen Moment beiseite, um über die Planung zu sprechen. Hätte ich nicht gedacht - vor allem nicht am Anfang - aber wir scheinen ganz gut zu können miteinander.
Zwei einsame Wölfe in einer konformen Horde?
23. Juli 2085
Schließlich die Planung; heute Abend schlagen wir zu mit allen Support Teams, die uns einerseits helfen sollen, das Gelände aufzuräumen, und andererseits die Eingänge sichern. Ich sorge dafür, dass Vasques' Team eine Aufgabe mit ordentlich Action bekommt. Was mir nicht gefällt: wir haben keine genauen Zahlen; wir wissen nicht genau, wo die Informationen sind (wahrscheinlich in dem Teil der Kirche, in den wir nicht hineindurften, aber sicher kann ich nicht sein); wir wissen nicht, was in den Hallen drin ist.
Habe ich mir früher so viele Gedanken gemacht?
Der Werwolf setzt mich auf einem Dach des Geländes ab - klassische Scharfschützenaufgabe. Als ich auf das Dach springe und mich abrolle erwarte ich schon den Schmerz der alten Verletzung im Knöchel, doch er kommt nicht. Schon lange nicht mehr, wenn ich es recht bedenke.
Die ersten Häuser sind blitzschnell gesichert und gesäubert. Huxley teilt mit der Laserkanone seines Mechas (welches Modell? Keine Ahnung) das Wachhäuschen sauber in zwei Teile. Auch der Rest hält sich gut. Finch und T-Rex stoßen mit Tamble und seinen Leuten in die Kirche vor.
Ich liege reglos auf dem Dach und nehme einzelne Kultisten aufs Korn, die unseren Leuten zu nahe kommen. Ihre verwirrten, oft auch ängstlichen Gesichtszüge im Fadenkreuz meines Zielfernrohres. Die rohe Wucht, wenn sie ein Geschoss zu Boden reißt.
Beute. Wenn sie nicht so zahlreich wären, wären sie nur Beute.
Plötzlich zerbeult etwas die Wand eines Lagerhauses und ein Migou-Mecha schneidet sich durch die Wand. Huxley liefert sich einen heißen Kampf mit ihm und brennt ihm schließlich ein gähnendes Loch mitten in den grotesk aussehenden Torso. Dann vonn irgendwoher eine Granate, die präzise das Loch trifft und das Ding mit einer großen Explosion in alle Himmelsrichtungen verstreut. Inmitten der Rauchwolke, zwischen Huxley und dem Migou-Mecha, steht Vasques mit ihrem Granatwerfer. Damit ist der letzte Widerstand gebrochen. Sie wird später mit dem Silver Star ausgezeichnet. Der Stolz steht ihr ins Gesicht geschrieben.
24. Juli 2085
Nachbesprechung. Die Kultisten haben leider einige der Informationen vernichten können, bevor wir sie sicherstellen konnten - das hält uns McQueen auch vor. Was soll's - alles haben überlebt, und Dawn of Day dürften endgültig weg vom Fenster sein.
25. Juli 2085
Ich mache Skizzen für eine weitere Tätowierung - entweder ein vielgliedriger Mecha oder ein vor Angst und Wahnsinn grinsender Kultist. Der Drache auf meinem Rücken hat noch drei Klauen frei...
Re: [Mission Downtown] Kelaas Tagebuch

Verfasst:
Do 24. Dez 2009, 01:25
von RaaPhaell
28. Juli 2085
Ich nehme den Kultisten als Ergänzung zu meiner Tätowierung. Joan, eine Mittvierzigerin, bekommt es so gut hin dass es aussieht, als würden sich die Klauen des Drachen in das Fleisch des Kultisten bohren.
5. August 2085
Aus der Forschungsabteilung werden praktisch keine Inforamtionen an uns weitergegeben über das, was wir in der Kirche gefunden haben. Was hat unsere Aktion gebracht? Und was tun diese Weißkittel damit?
Auf dem Stützpunkt selbst ist wenig los - ca. 10% Mannstärke vielleicht. Außer uns sind praktisch alle anderen Einheiten irgendwo in Asien in Kriegshandlungen verwickelt. Immerhin: ich kann ein wenig für mich sein.
7.August 2085
Ich genieße die ruhige Zeit. Zwischen den Übungen ist immer wieder Zeit für einsame Streifzüge.
19. August 2085
Marks Kneipe läuft wieder etwas besser dieser Tage - was man von meinem Können im Poolspiel nicht sagen kann. Ich verlerne hier so vieles...
11. September 2085
Eine Menschentraube. Vasques ist völlig aufgebracht. Angeblich wird Fuller von der IntSic verhört. Laut Vasques kann er Gedanken beeinflussen.
Was sagt man dazu?
Seine Leute geben sich solidarisch. Letztendlich manövrieren wir uns in das Verhörgebäude. T-Rex zapft in Windeseile eine Leitung an, sodass wir dem Verhör folgen können. Es kommt wie es kommen muss: Fuller wird des Besitzes einer potentiell gefährlichen Mutantenkraft beschuldigt und soll in eine "Umerziehungsanstalt" gebracht werden.
Umerziehungsanstalt - der Begriff ist so herrlich beschönigend, dass ich fast schmunzeln muss. Ein Militärgefängnis, in dem man mit seinem Verstand herumspielen und ihm Gewalt antun wird, bis er nicht mehr er selbst ist. Sie werden seinen Verstand völlig umkrempeln. Gehirnwäsche. Umerziehungsanstalt... so zynisch können die Menschen sein.
Fuller ist nicht defizitär oder krank aufgrund seiner Kraft. Er ist anders, und das will die IntSic nicht akzeptieren. Sie versteht es nicht, es macht ihr sicher auch Angst. Auslöschung durch Angst. Wie anders ist er denn? Man weiß nicht mal richtig, was eine Mutation ist, aber ich bin mir sicher, dass sie ihn Mensch bleiben lässt. Er erinnert mich an mich selbst, meine Lage. Noch werde ich geduldet, aber Abneigung und Intoleranz schlagen mir auch ständig entgegen. Es ist so erbärmlich. Menschen können so erbärmlich sein. Ich weiß nicht mehr, was ich hier tue; wieso ich ursprünglich hergekommen bin auf diesen lausigen Stützpunkt; was ich hier gesucht habe...
Fuller wird bald überführt werden. Unsere Spitzelgruppe löst sich auf. T-Rex meldet kurz darauf, er habe mit McQueen gesprochen. Der Captain steht hinter seinen Leuten; er lässt uns intervenieren, aktiv werden gegen die IntSic!
Derweil folge ich, Böses ahnend, Vasques in den Bereich, in dem die Ausrüstung lagert. Sie bemerkt mich zunächst nicht - zu leise sind meine Schritte. Sie packt eine Tasche voll mit Waffen und Munition. Sie will Fuller doch wohl nicht alleine raushauen? Töricht...
(warum will sie ihn überhaupt raushauen? Was verbindet die beiden?)
Ich stelle mich ihr in den Weg. Sie scheint wild entschlossen. Letztendlich kann ich ihr den Alleingang ausreden. Wir wollen uns nachher mit T-Rex treffen, um die Sache zu besprechen. "Alleine lasse ich dich nicht gehen", sage ich in bestimmendem Ton.
Ich weiß nicht genau, warum. Sicher, ich will Fuller helfen. Ich kann nicht anders. Wir kennen uns von früher. Ich sehe eine Verbundenheit im Ausgegrenztsein. Aber da ist noch etwas anderes.
Hätte T-Rex nicht die Nachricht geschickt, dass McQueen uns freie Hand lässt... was dann? Ich glaube, ich wäre mit Vasques alleine losgegangen, um die Sache durchzuziehen und Fuller rauszuhauen.
Was hält mich ab?
Wir treffen uns bei T-Rex und seinen Spielzeugen. Jedes Teil scheint er in- und auswendig zu kennen. Dieser leuchtende Blick, wenn seine Finger über das glatte Chrom der PowerArmour gleiten...
Mit dabei sind auch Huxley, Finch, der Rest vom Beta-Team und die Besatzung des Werwolfs. Wir entwickeln einen Plan, um den Transporter mit Fuller abzufangen. Huxley übernimmt das Kommando und die Verantwortung! Ich bin völlig überrascht. Der geradlinige Vorzeigesoldat, der einen Haufen Ärger riskiert. Auch bei der überkorrekten Finch bin ich überrascht.
Wir haben nicht viel Zeit.
Finch simuliert eine Panne mit einem Zivilfahrzeug, der Rest von uns versteckt sich - klassischer Hinterhalt. Ein Teil von uns überwältigt den Fahrer. Als der Beifahrer aussteigt packe ich ihn und donnere seinen kantigen Schädel mit voller Wucht gegen die Außenhülle des Transporters. Kein Mucks mehr von ihm zu hören. Huxley kümmert sich mit seiner PowerArmour um den Wachmann bei Fuller.
Fuller ist befreit. Der Werwolf nimmt uns alle mit. T-Rex hat Verbindungen, bei denen Fuller untertauchen kann. Der Rest fliegt zum Stützpunkt zurück.
Wie so oft sitze ich für mich allein im Heck, während vorne Trubel rund um Fuller herrscht. Vasques setzt sich zu mir. Sie sieht erleichtert aus, aber auch völlig fertig.
Was, wenn wir die Sache alleine durchgezogen hätten?
Sie legt ihre Kopf auf meine Schulter. "Danke", sagt sie leise.
"Bitte." Mehr sage ich nicht.
Der Werwolf trägt uns durch die Nacht zum Stützpunkt zurück.